Potentialanalyse & Grünleguminosen

Grünleguminosen in der Ration von Schweinen und Geflügel: regionales Eiweißfuttermittel für Monogaster

Der ökologische Landbau verfolgt das Ziel, seine Tiere ausschließlich mit Futtermitteln von eigenen Flächen bzw. aus regionaler Erzeugung zu versorgen. Die 100 Prozent Biofütterung ist derzeit jedoch noch mit Beschaffungs- und Erzeugungsschwierigkeiten verbunden. Insbesondere im Bereich der Eiweißkomponenten fehlen bislang geeignete Konzepte und Lösungen. Die Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung von Bio-Schweinen und -Geflügel ist eine Herausforderung, birgt aber auch eine große Chance: die bessere Nutzung hofeigenen Futters durch den Einsatz von Grünleguminosen wie Rotklee und Luzerne. Denn neben der guten Eignung auf Grund des hohen Eiweißgehalts der Futterpflanzen können Tierhalter die Grünleguminosen auf den eigenen Flächen anbauen und so entsprechend des ökologischen Kreislaufgedankens wirtschaften. Doch wie können Rotklee und Luzerne in der Ration für Monogastrier so genutzt werden, dass sie mindestens genauso effizient sind wie importierte oder derzeit noch zulässige konventionelle Proteinfuttermittel? Mit zwei Verbundvorhaben möchte die Bioland Praxisforschung in einem arbeitsteiligen Ansatz aus Wissenschaft und Beratung einen Beitrag dazu leisten dafür Antworten zu finden und diese Lösungen in der Praxis umzusetzen.

Potentiale nutzen

Im Projekt Potentialanalyse (Systemische Analyse des Wertschöpfungspotentials heimischer Proteinträger) werden dafür zunächst bundesweit von rund 60 Schweinen- und Geflügelhaltern die Rahmenbedingungen vor Ort erfasst. Darauf aufbauend erstellen Wissenschaftler und Berater für verschieden Strategien der Eiweißversorgung mit Grünleguminosen, Rationen, die den Bedarf der Tiere sicherstellen aber auch unter betriebswirtschaftlicher Betrachtung optimal für den jeweiligen Betrieb geeignet sind.

Hier gibt es mehr Informationen zu diesem Projektteil.

Grünleguminosen verfüttern

Im zweiten Projekt GRUENLEGUM (Grünleguminosen als Eiweiß und Raufuttermittel in der ökologischen Geflügel- und Schweinefütterung) wollen Wissenschaftler grundlegende Fragen wie Sorteneignung und Schnittzeitpunkt im Anbauverfahren sowie Futterwert und Verdaulichkeit für die Tierernährung erforschen. Des Weiteren sollen verschiedene Techniken zur Futterwerbung und Aufbereitung erprobt werden. Bioland-Berater begleiten die Landwirte auf ihren Betrieben bei der Umsetzung der wissenschaftlichen Ergebnisse. Die Erkenntnisse der Forschung werden so zu Erfahrungen der Praxis.

Parallel begleiten Bioland-Berater, Landwirte auf ihren Betrieben bei der Verwirklichung der Eiweißversorgung ihrer Tiere mit Rotklee und Luzerne. Gemeinsam werden so Ergebnisse und Erfahrungen für praxisreifen den praxisreifen Einsatz von Grünleguminosen gesammelt.

Auftraggeber

Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landbewirtschaftung.

 

 

Projektpartner

Für die Potentialanalyse erfolgt die wissenschaftliche Verarbeitung der von Bioland in der Praxis erhobenen Daten an der Universität Kassel - Ökologische Agrarwissenschaften Witzenhausen:

  • Fachgebiet Tierernährung/Tiergesundheit

  • Fachgebiet Betriebswirtschaft.

Bei dem Verbundvorhaben GRUENLEGUM erarbeitet Bioland in enger Zusammenarbeit mit den folgenden Forschungsinstituten Konzepte für die praktische Umsetzung der alternativen Eiweißversorgung:

  • Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fachgebiet Tierernährung

  • Universität Gießen, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung

  • Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung und Institut für Landtechnik und Tierhaltung

  • Thünen Institut für Ökologischen Landbau