Für viele Urlauber einer der Fixpunkte im Ferienalltag: das Eintreiben der Tiere (Fotos: Dominik Baur)
27.08.2019
Urlaub unter Kühen

Streicheleinheiten und Aufklärung

Sein etwas biederes Image hat der Urlaub auf dem Bauernhof längst abgelegt, die Branche boomt – auch im Biosektor. Gerade kleineren Betrieben bietet das Standbein Tourismus in Zeiten des Höfesterbens neue Chancen. Ein Besuch im Allgäu. Von Dominik Baur

„Das erste, wonach die Gäste fragen“, erzählt Marieluise Maidel, „ist das WLAN-Passwort.“ Erst dann wollen sie wissen, wo’s zum Stall geht. Die Bäurin sitzt vor ihrem Haus in der Sonne und genießt einen arbeitsfreien Moment. Marieluise Maidel und ihr Mann Fridolin wohnen da, wo andere Urlaub machen: mitten im herrlichsten Allgäu. Und das ist auch nur gut so, denn ihr Biolandhof ist einer dieser Orte, wo die anderen Urlaub machen - und wenn man den Einträgen im Gästebuch ihrer Homepage Glauben schenken darf, dann hat es noch kaum einer bereut. Urlaub auf dem Bauernhof – für immer mehr Menschen ist das eine ernstzunehmende Alternative zu Mallorca oder Gardasee. Im Allgäu boomt der Tourismus.

Einen Hof ohne Gäste können sich Marieluise und Fridolin Maidel gar nicht mehr vorstellen
Der Hof, seit 1846 im Besitz der Familie Maidel, liegt in dem Dörfchen Eschach, das zur Gemeinde Buchenberg gehört, das wiederum keine 15 Autominuten von Kempten entfernt ist. Panoramablick inklusive, bei gutem Wetter bis zur Zugspitze. Rund 40 Hektar haben die Maidels, die Hälfte gehört ihnen, die andere haben sie dazugepachtet – für ihre Kühe: knapp 40 Milchkühe und etwa noch mal so viel Jungvieh.

Ihren Hof bewirtschaften die Maidels schon lange extensiv, 2008 haben sie dann den letzten Schritt getan und auf Bio umgestellt. Eigentlich haben die beiden den Hof ja schon übergeben, jetzt hat Sohn Hannes hier das Sagen. Sie selbst kümmern sich nur noch um die Feriengäste. Eigentlich. Aber wie das eben so ist: Natürlich gehen auch die „Alten“ noch in den Stall. Und umgekehrt helfen Sohn, Schwiegertochter und selbst die schon nicht mehr auf dem Hof lebenden Töchter mit, wenn samstags mal wieder Großkampftag ist. An- und Abreise. Bis um 10 Uhr sollten die Feriengäste die Wohnung geräumt haben. „Aber das schaffen die wenigsten“, erzählt Marieluise Maidel. „Und um zwei kommen ja schon die neuen Gäste.“ Die „Alten“ - die Anführungszeichen müssen sein, denn um wirklich in den Austrag zu gehen, dafür sind die 60-Jährige und ihr 65-jähriger Mann natürlich noch zu jung.

„Ein Vermieter muss seine Gäste mögen“

Urlaub auf dem Bauernhof gibt es auf dem Maidel‘schen Hof schon seit 1972, Fridolins Mutter hat damit begonnen – mit einem Ferienhaus. Der Zuerwerb lief gut, heute haben die Maidels zwei Ferienhäuser und eine Ferienwohnung. Insgesamt, schätzt Fridolin Maidel, mache die Landwirtschaft auf dem Hof rund 60, der Tourismus rund 40 Prozent aus. Dazu gibt es hinterm Haus noch einen Skilift in Familienbesitz, doch der wird derzeit nun noch verpachtet. Das ist ja überhaupt das Gute: Wegen der idealen Lage haben die Maidels das ganze Jahr über Gäste. Im Winter kommt man eben zum Skifahren.

Zeit, die Kühe reinzuholen. Heute sind zwei Mädchen und ein Junge mit dabei, als Fridolin Maidel die Tiere von der nahen Weide in den Laufstall treibt. Etwas früher als sonst – wegen der Hitze. Seine Frau deckt derweil den Tisch neben der über 100 Jahre alten Traueresche für den Nachmittagskaffee. Etwas später sitzt hier ein gutes Dutzend Leute um den Tisch, für den Außenstehenden ist es anfangs schwer zu unterscheiden, wer hier Familie ist, wer Gast. Man unterhält sich, ist per Du. Es geht um Ferkelkastration, Füchse und das Baden im Eschacher Weiher. Drei selbstgebackene Kuchen hat die Hausherrin aufgetischt, den Erdbeerkuchen in Herzform.

Bettina Porstendorfer mit drei ihrer Kinder im Kuhstall
Es ist offensichtlich: Marieluise Maidel bewirtet ihre Gäste gern. „Ich brauche die Menschen“, sagt sie. „Ein Bauer muss seine Kühe mögen, und ein Vermieter muss seine Gäste mögen.“ Von Nachmittagskaffee steht allerdings nichts auf der Homepage des Hofes. Auch nichts davon, dass ihr Mann etwas später noch die beiden Haflinger einspannt und zur Kutschfahrt lädt. Marieluise Maidel will keine falschen Erwartungen wecken. So etwas wird noch immer ganz spontan gehandhabt, nach Lust und Laune. Nach Lust und Laune der Maidels.

Urlaub ohne lange Anreise

Was dagegen schon zum Service gehört: in der Früh frische Semmeln, ein Glas selbstgemachte Marmelade, bei Milch und Eiern bedient man sich gegen einen freiwilligen Obolus selbst, üppig ausgestattete Domizile mit riesigem Fernseher und reichlich Spielzeug.

Und natürlich die Lage! „Wir haben es nicht weit zu den Schlössern“, sagt Fridolin Maidel, „und auch nicht zum Bodensee.“ Richtung Süden geht’s nach Immenstadt, idealer Ausgangspunkt für Bergwanderungen, und die Einkaufsstadt Kempten ist gleich um die Ecke.

Die Porstendorfers waren gestern im Legoland, morgen geht es zu den Ritterspielen nach Türkheim. Die Familie aus dem unterfränkischen Hollstadt macht schon zum vierten Mal hier bei den Maidels Urlaub. Die vier Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren seien begeistert, erzählt Bettina Porstendorfer, 42. Und ihr Mann Martin, 40, ergänzt: „Es ist sehr familiär hier. Man kann überall mitmachen und erlebt den Alltag auf dem Hof mit.“

Nur rund drei Stunden Anfahrt hatten die Porstendorfers und sind damit durchaus typisch. „Wir sind fest in bayerischer und baden-württembergischer Hand“, sagt Marieluise Maidel. Der Hamburger, für den bayerisches Landleben ja mal wirkliche Abwechslung und Exotik wäre? Fehlanzeige!

Wirklich typische Bauernhofurlauber sind aber auch die Porstendorfers nicht: Sie haben daheim selbst Pferde, Hunde und Hühner. Der klassische Gast der Maidels dagegen kennt die Milch aus dem Supermarkt. Aufklärung, finden die Maidels, sei deshalb ein ganz wichtiger Aspekt bei Urlaub auf dem Bauernhof. Kinder müssten doch mal sehen, wo die Lebensmittel herkommen. „Die Leute wissen manchmal nicht mal, dass man eine Kuh zweimal am Tag melken muss“, sagt Marieluise Maidel. „Die denken, wir schlafen aus.“

Ohne zusätzliches Standbein geht hier nichts

Anruf bei Konrad Stöger, Berater bei Bioland und Landwirt, der selbst auch Ferienwohnungen vermietet: Das Aufklärungsangebot der Betriebe sei genau das, was viele Gäste wollten, sagt er. Urlaub auf dem Bauernhof habe im Allgäu stark an Attraktivität gewonnen. Vor allem Touristen, die auf einen Biohof gingen, interessierten sich für die Landwirtschaft, wollten explizit sehen, wie ein Biobetrieb arbeitet.

Gerade hier im Allgäu sei der Tourismus ein sehr wichtiges Standbein für die meisten Bauern. Die durchschnittlichen Betriebe seien klein, nur von der Landwirtschaft trügen sich die wenigsten. Damit sei der Tourismus eine wichtige Säule, um der kleinbäuerlichen Landwirtschaft eine Zukunft zu geben, um der immer noch verbreiteten Logik des Wachsens oder Weichens zu entkommen. Es gebe sogar Betriebe, in denen spiele die Landwirtschaft nur noch eine untergeordnete Rolle, die hätten Kühe nur noch für die Touristen. Wenn aus einem Bauernhof allerdings ein Streichelzoo mit Übernachtungsmöglichkeit wird, bestehe die Gefahr, dass die Bilderbuchvorstellung vom Bauernhof verstärkt werde. „Grundsätzlich müssen wir uns vielfältig aufstellen.“

Bauer Maidel zeigt Urlaubskindern den Melkstand
Etwas mehr Selbstbewusstsein würde sich Stöger allerdings von einigen seiner Kollegen wünschen. Die trauten sich nicht, angemessene Preise für qualitativ hochwertige Ferienwohnungen zu nehmen. Gerade die Biobranche argumentiere doch immer, dass die Kunden bereit sein müssten, für Qualität auch angemessen zu bezahlen. Wieso sollte das bei Urlaubsangeboten anders sein?

Die Maidels jedenfalls wollen sich erstmal mit ihren drei Ferienwohnungen begnügen. Das sei gerade die richtige Größe, sagt Fridolin Maidel, es solle ja auch familiär bleiben. Wobei: Neuerdings gibt es auf dem Maidel-Hof noch eine ganz andere Art von Tourismus. „Wir haben die alten Kinderzimmer zu Pilgerzimmern umgebaut“, erzählt Marieluise Maidel. Schließlich gehe der Jakobsweg durch Buchenberg. „Das ist auch hochspannend. Ein Pilger ist wieder eine komplett andere Schiene. Der will nur eine warme Dusche, ein gutes Bett und ein Frühstück. Dann ist er zufrieden. Und ein paar Worte mit auf den Weg.“

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27.08.2019
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Sein etwas biederes Image hat der Urlaub auf dem Bauernhof längst abgelegt, die Branche boomt – auch im Biosektor. Gerade kleineren Betrieben bietet das Standbein Tourismus in Zeiten des Höfesterbens neue Chancen. Ein Besuch im Allgäu. Von Dominik Baur

„Das erste, wonach die Gäste fragen“, erzählt Marieluise Maidel, „ist das WLAN-Passwort.“ Erst dann wollen sie wissen, wo’s zum Stall geht. Die Bäurin sitzt vor ihrem Haus in der Sonne und genießt einen arbeitsfreien Moment. Marieluise Maidel und ihr Mann Fridolin wohnen da, wo andere Urlaub machen: mitten im herrlichsten Allgäu. Und das ist auch nur gut so, denn ihr Biolandhof ist einer dieser Orte, wo die anderen Urlaub machen - und wenn man den Einträgen im Gästebuch ihrer Homepage Glauben schenken darf, dann hat es noch kaum einer bereut. Urlaub auf dem Bauernhof – für immer mehr Menschen ist das eine ernstzunehmende Alternative zu Mallorca oder Gardasee. Im Allgäu boomt der Tourismus.

Einen Hof ohne Gäste können sich Marieluise und Fridolin Maidel gar nicht mehr vorstellen
Der Hof, seit 1846 im Besitz der Familie Maidel, liegt in dem Dörfchen Eschach, das zur Gemeinde Buchenberg gehört, das wiederum keine 15 Autominuten von Kempten entfernt ist. Panoramablick inklusive, bei gutem Wetter bis zur Zugspitze. Rund 40 Hektar haben die Maidels, die Hälfte gehört ihnen, die andere haben sie dazugepachtet – für ihre Kühe: knapp 40 Milchkühe und etwa noch mal so viel Jungvieh.

Ihren Hof bewirtschaften die Maidels schon lange extensiv, 2008 haben sie dann den letzten Schritt getan und auf Bio umgestellt. Eigentlich haben die beiden den Hof ja schon übergeben, jetzt hat Sohn Hannes hier das Sagen. Sie selbst kümmern sich nur noch um die Feriengäste. Eigentlich. Aber wie das eben so ist: Natürlich gehen auch die „Alten“ noch in den Stall. Und umgekehrt helfen Sohn, Schwiegertochter und selbst die schon nicht mehr auf dem Hof lebenden Töchter mit, wenn samstags mal wieder Großkampftag ist. An- und Abreise. Bis um 10 Uhr sollten die Feriengäste die Wohnung geräumt haben. „Aber das schaffen die wenigsten“, erzählt Marieluise Maidel. „Und um zwei kommen ja schon die neuen Gäste.“ Die „Alten“ - die Anführungszeichen müssen sein, denn um wirklich in den Austrag zu gehen, dafür sind die 60-Jährige und ihr 65-jähriger Mann natürlich noch zu jung.

„Ein Vermieter muss seine Gäste mögen“

Urlaub auf dem Bauernhof gibt es auf dem Maidel‘schen Hof schon seit 1972, Fridolins Mutter hat damit begonnen – mit einem Ferienhaus. Der Zuerwerb lief gut, heute haben die Maidels zwei Ferienhäuser und eine Ferienwohnung. Insgesamt, schätzt Fridolin Maidel, mache die Landwirtschaft auf dem Hof rund 60, der Tourismus rund 40 Prozent aus. Dazu gibt es hinterm Haus noch einen Skilift in Familienbesitz, doch der wird derzeit nun noch verpachtet. Das ist ja überhaupt das Gute: Wegen der idealen Lage haben die Maidels das ganze Jahr über Gäste. Im Winter kommt man eben zum Skifahren.

Zeit, die Kühe reinzuholen. Heute sind zwei Mädchen und ein Junge mit dabei, als Fridolin Maidel die Tiere von der nahen Weide in den Laufstall treibt. Etwas früher als sonst – wegen der Hitze. Seine Frau deckt derweil den Tisch neben der über 100 Jahre alten Traueresche für den Nachmittagskaffee. Etwas später sitzt hier ein gutes Dutzend Leute um den Tisch, für den Außenstehenden ist es anfangs schwer zu unterscheiden, wer hier Familie ist, wer Gast. Man unterhält sich, ist per Du. Es geht um Ferkelkastration, Füchse und das Baden im Eschacher Weiher. Drei selbstgebackene Kuchen hat die Hausherrin aufgetischt, den Erdbeerkuchen in Herzform.

Bettina Porstendorfer mit drei ihrer Kinder im Kuhstall
Es ist offensichtlich: Marieluise Maidel bewirtet ihre Gäste gern. „Ich brauche die Menschen“, sagt sie. „Ein Bauer muss seine Kühe mögen, und ein Vermieter muss seine Gäste mögen.“ Von Nachmittagskaffee steht allerdings nichts auf der Homepage des Hofes. Auch nichts davon, dass ihr Mann etwas später noch die beiden Haflinger einspannt und zur Kutschfahrt lädt. Marieluise Maidel will keine falschen Erwartungen wecken. So etwas wird noch immer ganz spontan gehandhabt, nach Lust und Laune. Nach Lust und Laune der Maidels.

Urlaub ohne lange Anreise

Was dagegen schon zum Service gehört: in der Früh frische Semmeln, ein Glas selbstgemachte Marmelade, bei Milch und Eiern bedient man sich gegen einen freiwilligen Obolus selbst, üppig ausgestattete Domizile mit riesigem Fernseher und reichlich Spielzeug.

Und natürlich die Lage! „Wir haben es nicht weit zu den Schlössern“, sagt Fridolin Maidel, „und auch nicht zum Bodensee.“ Richtung Süden geht’s nach Immenstadt, idealer Ausgangspunkt für Bergwanderungen, und die Einkaufsstadt Kempten ist gleich um die Ecke.

Die Porstendorfers waren gestern im Legoland, morgen geht es zu den Ritterspielen nach Türkheim. Die Familie aus dem unterfränkischen Hollstadt macht schon zum vierten Mal hier bei den Maidels Urlaub. Die vier Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren seien begeistert, erzählt Bettina Porstendorfer, 42. Und ihr Mann Martin, 40, ergänzt: „Es ist sehr familiär hier. Man kann überall mitmachen und erlebt den Alltag auf dem Hof mit.“

Nur rund drei Stunden Anfahrt hatten die Porstendorfers und sind damit durchaus typisch. „Wir sind fest in bayerischer und baden-württembergischer Hand“, sagt Marieluise Maidel. Der Hamburger, für den bayerisches Landleben ja mal wirkliche Abwechslung und Exotik wäre? Fehlanzeige!

Wirklich typische Bauernhofurlauber sind aber auch die Porstendorfers nicht: Sie haben daheim selbst Pferde, Hunde und Hühner. Der klassische Gast der Maidels dagegen kennt die Milch aus dem Supermarkt. Aufklärung, finden die Maidels, sei deshalb ein ganz wichtiger Aspekt bei Urlaub auf dem Bauernhof. Kinder müssten doch mal sehen, wo die Lebensmittel herkommen. „Die Leute wissen manchmal nicht mal, dass man eine Kuh zweimal am Tag melken muss“, sagt Marieluise Maidel. „Die denken, wir schlafen aus.“

Ohne zusätzliches Standbein geht hier nichts

Anruf bei Konrad Stöger, Berater bei Bioland und Landwirt, der selbst auch Ferienwohnungen vermietet: Das Aufklärungsangebot der Betriebe sei genau das, was viele Gäste wollten, sagt er. Urlaub auf dem Bauernhof habe im Allgäu stark an Attraktivität gewonnen. Vor allem Touristen, die auf einen Biohof gingen, interessierten sich für die Landwirtschaft, wollten explizit sehen, wie ein Biobetrieb arbeitet.

Gerade hier im Allgäu sei der Tourismus ein sehr wichtiges Standbein für die meisten Bauern. Die durchschnittlichen Betriebe seien klein, nur von der Landwirtschaft trügen sich die wenigsten. Damit sei der Tourismus eine wichtige Säule, um der kleinbäuerlichen Landwirtschaft eine Zukunft zu geben, um der immer noch verbreiteten Logik des Wachsens oder Weichens zu entkommen. Es gebe sogar Betriebe, in denen spiele die Landwirtschaft nur noch eine untergeordnete Rolle, die hätten Kühe nur noch für die Touristen. Wenn aus einem Bauernhof allerdings ein Streichelzoo mit Übernachtungsmöglichkeit wird, bestehe die Gefahr, dass die Bilderbuchvorstellung vom Bauernhof verstärkt werde. „Grundsätzlich müssen wir uns vielfältig aufstellen.“

Bauer Maidel zeigt Urlaubskindern den Melkstand
Etwas mehr Selbstbewusstsein würde sich Stöger allerdings von einigen seiner Kollegen wünschen. Die trauten sich nicht, angemessene Preise für qualitativ hochwertige Ferienwohnungen zu nehmen. Gerade die Biobranche argumentiere doch immer, dass die Kunden bereit sein müssten, für Qualität auch angemessen zu bezahlen. Wieso sollte das bei Urlaubsangeboten anders sein?

Die Maidels jedenfalls wollen sich erstmal mit ihren drei Ferienwohnungen begnügen. Das sei gerade die richtige Größe, sagt Fridolin Maidel, es solle ja auch familiär bleiben. Wobei: Neuerdings gibt es auf dem Maidel-Hof noch eine ganz andere Art von Tourismus. „Wir haben die alten Kinderzimmer zu Pilgerzimmern umgebaut“, erzählt Marieluise Maidel. Schließlich gehe der Jakobsweg durch Buchenberg. „Das ist auch hochspannend. Ein Pilger ist wieder eine komplett andere Schiene. Der will nur eine warme Dusche, ein gutes Bett und ein Frühstück. Dann ist er zufrieden. Und ein paar Worte mit auf den Weg.“

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