Ein Riesengewinn vor allem für die Aktionäre: der angesagte Beyond-Meat-Burger (Foto: Imago)
02.07.2019
Kommentar

Der Geld-Burger

Sie dürfen kein Fleisch enthalten - und man darf es ihnen nicht anmerken. Das ist das Geheimrezept, mit dem Fast-Food-Konzerne neuerdings Burger braten und Millionen scheffeln. Doch der Hype ist gefährlich - für den Verbraucher. Von Gerald Wehde

Wie kann es sein, dass das amerikanische Start-up Beyond Meat mit seinem veganem Burger mit einem Umsatz von lediglich 88 Millionen Dollar (2018) an der Börse umgerechnet schon 8,7 Milliarden Euro Wert ist? Die Wachstumshoffnungen der Aktionäre sind angesichts des weltweit gehyptesten Fleischersatzes überschwänglich. Die Strategie dahinter: Neben den Fast-Food-Fleischessern werden jetzt auch Veganer, Vegetarier und Flexitarier von Ernährungsindustrie und Start-ups mit ihren profitorientierten Aktionären auf den pflanzlichen Fast-Food-Trip geschickt.

Während Beyond Meat mit der Produktion nicht hinterher kommt, wollen andere große Player den Trend beim fleischlosen Burger nicht verschlafen: Burger King setzt auf das Start-up Impossible Foods und McDonald's auf den Lebensmittelriesen Nestlé. Andere Forscher und Start-ups arbeiten seit einigen Jahren an sogenanntem Labor- oder In-vitro-Fleisch – auch hier steht der Burger ganz vorne. Doch die Sehnsucht nach ethisch korrekter Einfachheit, die jeder Burger verkörpert, ist ein Trugschluss.

Denn es geht nur um eins: Profit. Und das rechnet sich für die Ernährungsindustrie nur mit hochverarbeiten Convenience-Produkten, die mit entsprechendem Marketing in den Markt gedrückt werden. Benutzt werden dabei geschickt die Herausforderungen der Klimakrise und Wasserknappheit sowie die gesundheitlichen und ethischer Bedenken des Fleischkonsums. Doch alle diese neuen Burger sind weder sexy noch gesund noch lösen sie die Umweltprobleme – sie sind schlicht hochverarbeitete Convenience-Nahrung und machen dick. Studien legen nahe, dass Industrie-Food Übergewicht fördert und der Gesundheit auf vielfältige Weise schadet. Diese neuen Burger sind keine Innovationen – sie sind banales Fast-Food.

Geht der Ernährungsindustrie und ihren Investoren wie Bill Gates nicht auf den Leim! Denn folgende Grundregel gilt auch weiterhin: Je unverarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto besser ist es für die Gesundheit und die Natur - zudem schont deren Einkauf den Geldbeutel. Das heißt natürliche ungespritzte Lebensmittel einkaufen, Spaß haben, selbst zu kochen und auch einfache Snacks selbst zubereiten – so schmeckt auch der eigene pflanzliche Burger.

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Wie kann es sein, dass das amerikanische Start-up Beyond Meat mit seinem veganem Burger mit einem Umsatz von lediglich 88 Millionen Dollar (2018) an der Börse umgerechnet schon 8,7 Milliarden Euro Wert ist? Die Wachstumshoffnungen der Aktionäre sind angesichts des weltweit gehyptesten Fleischersatzes überschwänglich. Die Strategie dahinter: Neben den Fast-Food-Fleischessern werden jetzt auch Veganer, Vegetarier und Flexitarier von Ernährungsindustrie und Start-ups mit ihren profitorientierten Aktionären auf den pflanzlichen Fast-Food-Trip geschickt.

Während Beyond Meat mit der Produktion nicht hinterher kommt, wollen andere große Player den Trend beim fleischlosen Burger nicht verschlafen: Burger King setzt auf das Start-up Impossible Foods und McDonald's auf den Lebensmittelriesen Nestlé. Andere Forscher und Start-ups arbeiten seit einigen Jahren an sogenanntem Labor- oder In-vitro-Fleisch – auch hier steht der Burger ganz vorne. Doch die Sehnsucht nach ethisch korrekter Einfachheit, die jeder Burger verkörpert, ist ein Trugschluss.

Denn es geht nur um eins: Profit. Und das rechnet sich für die Ernährungsindustrie nur mit hochverarbeiten Convenience-Produkten, die mit entsprechendem Marketing in den Markt gedrückt werden. Benutzt werden dabei geschickt die Herausforderungen der Klimakrise und Wasserknappheit sowie die gesundheitlichen und ethischer Bedenken des Fleischkonsums. Doch alle diese neuen Burger sind weder sexy noch gesund noch lösen sie die Umweltprobleme – sie sind schlicht hochverarbeitete Convenience-Nahrung und machen dick. Studien legen nahe, dass Industrie-Food Übergewicht fördert und der Gesundheit auf vielfältige Weise schadet. Diese neuen Burger sind keine Innovationen – sie sind banales Fast-Food.

Geht der Ernährungsindustrie und ihren Investoren wie Bill Gates nicht auf den Leim! Denn folgende Grundregel gilt auch weiterhin: Je unverarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto besser ist es für die Gesundheit und die Natur - zudem schont deren Einkauf den Geldbeutel. Das heißt natürliche ungespritzte Lebensmittel einkaufen, Spaß haben, selbst zu kochen und auch einfache Snacks selbst zubereiten – so schmeckt auch der eigene pflanzliche Burger.

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