Mit oder ohne Sprudel ist nur ein Kriterium von vielen (Foto: imago)
17.07.2018
Wasser-Glossar

Der kleine Unterschied

Was unterscheidet Tafelwasser von Mineralwasser? Und wann ist ein Wasser für Säuglinge geeignet? Die verschiedenen Sorten im Überblick. Von Julia Schreiner

Natürliches Mineralwasser stammt aus unterirdischen geschützten Wasservorkommen und muss direkt am Quellort abgefüllt werden. Die Details regelt die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTVO). In der MTVO sind unter anderem die Grenzwerte für verschiedene Stoffe festgelegt. Beim Nitratgehalt ist die MTVO nicht strenger als die Trinkwasserverordnung. Auch hier liegt der Grenzwert bei 50 Milligramm pro Liter. Bei einigen Stoffen gelten für Mineralwasser hingegen strengere Vorgaben als für Leitungswasser: Etwa für Nitrit (gesundheitlich problematischer Stoff, entsteht im Körper aus Nitrat) und Bromat (entsteht bei der Desinfektion mit Ozon und gilt auch als krebserregend). Rückstände einzelner Medikamente dürfen im Mineralwasser den Wert von 0,05 Mikrogramm pro Liter nicht überschreiten, fürs Leitungswasser gibt es so eine Vorschrift nicht.

Die Sache mit der Kohlensäure: Ein bisschen Kohlensäure steckt in jedem natürlichen Mineralwasser. Besonders viel ist in Wasser aus Vulkanregionen enthalten: Die Kohlensäure steigt aus dem Erdinneren nach oben und verbindet sich mit dem Tiefenwasser. Bevor das Wasser in die Flaschen kommt, wird dem Mineralwasser die quelleigene Kohlensäure entzogen und anschließend wieder zugefügt. So entstehen Mineralwässer mit viel, mäßig viel, wenig oder gar keiner Kohlensäure. Die Kohlensäure prägt den Geschmack des Wassers und hat einen konservierenden Nebeneffekt. Oft reicht der natürliche Gehalt an Kohlensäure allerdings nicht für ein echtes Prickeln. Die Mineralwasserhersteller helfen dann mit künstlicher Kohlensäure nach.

Die Zusatzbezeichnung Säuerling oder Sauerbrunnen darf nur ein natürliches Mineralwasser mit besonders viel Kohlensäure tragen.

Heilwasser kommt wie Mineralwasser aus der Tiefe, unterliegt aber nicht der MTVO, sondern dem Arzneimittelgesetz. Wer sein Wasser als Heilwasser verkaufen will, muss die positive Wirkung auf die Gesundheit belegen. Es gibt zum Beispiel Heilwasser, das gut bei Sodbrennen hilft.

Quellwasser soll geschmacklich neutral sein, kühl und nicht gesundheitsschädigend. Es stammt wie Mineralwasser aus unterirdischen Vorkommen. Für Quellwasser gelten dieselben Grenzwerte wie für Mineralwasser. Unterschied: Quellwasser muss nicht aus einer amtlich anerkannten Quelle stammen.

Tafelwasser ist in der Regel das günstigste Wasser auf der Getränkekarte. Es handelt sich um ein industriell hergestelles Wasser - eine Mischung aus verschiedenen Wässern wie Leitungswasser und Mineralwasser. Für Tafelwasser gelten dieselben Grenzwerte wie für Leitungswasser. Es darf überall produziert und auch über Zapfhähne ausgeschenkt werden.

Sodawasser nennt man Tafelwasser, das eine bestimmte Menge Natriumhydrogencarbonat und Kohlendioxid enthält. Es schmeckt leicht seifig. Für Cocktails und Longdrinks wird es gerne genommen.

"Baby-Wasser": Mineralwasser, das ausgelobt ist für die Zubereitung von Säuglingsnahrung, muss ganz bestimmte Kriterien erfüllen. Es muss natriumarm sein, also salzarm, darf nicht mit Nitrat belastet sein (Nitratgehalt maximal bei zehn Milligramm pro Liter, das entspricht einem natürlichen Zustand) und nur wenig Fluorid enthalten. Auch für Arsen und Uran gelten strengere Grenzwerte.

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Die Sache mit der Kohlensäure: Ein bisschen Kohlensäure steckt in jedem natürlichen Mineralwasser. Besonders viel ist in Wasser aus Vulkanregionen enthalten: Die Kohlensäure steigt aus dem Erdinneren nach oben und verbindet sich mit dem Tiefenwasser. Bevor das Wasser in die Flaschen kommt, wird dem Mineralwasser die quelleigene Kohlensäure entzogen und anschließend wieder zugefügt. So entstehen Mineralwässer mit viel, mäßig viel, wenig oder gar keiner Kohlensäure. Die Kohlensäure prägt den Geschmack des Wassers und hat einen konservierenden Nebeneffekt. Oft reicht der natürliche Gehalt an Kohlensäure allerdings nicht für ein echtes Prickeln. Die Mineralwasserhersteller helfen dann mit künstlicher Kohlensäure nach.

Die Zusatzbezeichnung Säuerling oder Sauerbrunnen darf nur ein natürliches Mineralwasser mit besonders viel Kohlensäure tragen.

Heilwasser kommt wie Mineralwasser aus der Tiefe, unterliegt aber nicht der MTVO, sondern dem Arzneimittelgesetz. Wer sein Wasser als Heilwasser verkaufen will, muss die positive Wirkung auf die Gesundheit belegen. Es gibt zum Beispiel Heilwasser, das gut bei Sodbrennen hilft.

Quellwasser soll geschmacklich neutral sein, kühl und nicht gesundheitsschädigend. Es stammt wie Mineralwasser aus unterirdischen Vorkommen. Für Quellwasser gelten dieselben Grenzwerte wie für Mineralwasser. Unterschied: Quellwasser muss nicht aus einer amtlich anerkannten Quelle stammen.

Tafelwasser ist in der Regel das günstigste Wasser auf der Getränkekarte. Es handelt sich um ein industriell hergestelles Wasser - eine Mischung aus verschiedenen Wässern wie Leitungswasser und Mineralwasser. Für Tafelwasser gelten dieselben Grenzwerte wie für Leitungswasser. Es darf überall produziert und auch über Zapfhähne ausgeschenkt werden.

Sodawasser nennt man Tafelwasser, das eine bestimmte Menge Natriumhydrogencarbonat und Kohlendioxid enthält. Es schmeckt leicht seifig. Für Cocktails und Longdrinks wird es gerne genommen.

"Baby-Wasser": Mineralwasser, das ausgelobt ist für die Zubereitung von Säuglingsnahrung, muss ganz bestimmte Kriterien erfüllen. Es muss natriumarm sein, also salzarm, darf nicht mit Nitrat belastet sein (Nitratgehalt maximal bei zehn Milligramm pro Liter, das entspricht einem natürlichen Zustand) und nur wenig Fluorid enthalten. Auch für Arsen und Uran gelten strengere Grenzwerte.

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