Bioland-Schweine

Von wegen Schweinerei!

Bioland-Schweine im eingestreuten Auslauf (Foto: Bioland e.V.)
Hausschweine sind sehr reinliche Tiere und dazu auch noch neugierig, verspielt und voller Bewegungsdrang. Bei Bioland nehmen wir Rücksicht auf die Bedürfnisse unserer sau-schlauen Tiere.

Wühlen, schnuppern, spielen

Wer einmal eine Horde Schweine live erlebt hat, weiß, wie agil diese Tiere sind.Bioland-Schweine haben deshalb immer genug Stroh zum Spielen und Wühlen im Stall. Dazu gibt es getrennte Liege- und Kotplätze und einen Auslauf - denn wann immer es geht, dürfen die Schweine ins Freie: Dort können sie schnuppern und spielen, Sonne tanken oder im Schlamm wühlen. Manche Bioland-Bauern halten ihre Tiere auch das ganze Jahr über im Freien. Als Schutz vor Regen und Kälte oder für die Geburt der Ferkel gibt es extra Hütten auf den Weiden.

Sau-lecker: Gras, Heu, Bohnen und Erbsen

Schweine sind Allesfresser. Unsere Bauern geben ihren Tieren möglichst vielfältiges Futter: frisches Gras, Heu oder Stroh zum Beispiel. Dieses „Raufutter“ hat viele Ballaststoffe und sorgt dafür, dass die Tiere sich satt fühlen. Zusätzlich gibt es aber auch noch wertvolles Schrot aus Getreide und eiweißreichen Pflanzen wie Erbsen, Bohnen und Lupinen. Das schmeckt den Schweinen und das schmecken wir auf dem Teller.

Rückkehr zu den alten Rassen

Während der letzten Jahrzehnte wurden alte Schweinerassen durch neue Züchtungen ersetzt, die schneller wachsen und deren Fleisch mager ist. Da viele Verbraucher fettarmes Schweinefleisch bevorzugen, suchen unsere Bauern nach besseren Lösungen: Sie wählen für ihre Zucht Rassen und Kreuzungen, die auf der einen Seite einen geringen Fettanteil haben, auf der anderen Seite aber robuster und weniger krankheitsanfällig sind. So kommen Bioland-Bauern mit geringstem Einsatz von Medikamenten aus.

Gleichzeitig setzen einige Bioland-Betriebe auf alte Rassen, weil sie widerstandsfähig sind und besonders hohe Qualität mit aromatischem, fein marmoriertem Fleisch liefern.

Ab nach draußen

Diese Möglichkeit haben Bioland-Schweine – im  Gegensatz zu  den meisten Schweinen in konventioneller Haltung.

 

Konventionelle SchweinehaltungBioland-SchweinehaltungDarum handeln Bioland-Bauern so
AuslaufAusschließliche Stallhaltung üblich.Auslauf ins Freie ist Pflicht.Auslauf ist wichtig für ein gesundes Immunsystem und artgemäßes Verhalten.
StallbodenVollspalten (siehe Fußnote Mastrind) erlaubt (im Liegebereich bis höchstens 10%).Vollspaltenböden sind verboten. Stroh als Einstreu auf dem Boden. Strohbedeckte Böden sorgen für gesunde Füße und Zufriedenheit.
RaufutterRaufutter wie Gras, Stroh und Heu ist nicht vorgeschrieben.Raufutter ist Pflicht für Mast- und Zuchtschweine. Rauhfutter stillt nicht nur den Hunger der Tiere, sondern auch ihre Neugier!

Futter

Bei Bioland wird darauf geachtet, dass das Futter der  Schweine frei von Gentechnik ist und so weit wie möglich aus dem eigenen Anbau kommt. Einzige Ausnahme: Die Ernährung von Muttersauen und Ferkeln. Sie benötigen zum Wachsen und Säugen so viel Eiweiß, dass herkömmliche ökologische Futtermittel nicht immer reichen. Einige Bioland-Betriebe füttern daher mit Biosojaprodukten oder Ökomilchpulver zu, doch diese Futtermittel sind teuer und nicht immer verfügbar. Daher dürfen bis Ende 2017 für die Fütterung säugender Zuchtsauen, der Ferkel und in der Vormast (bis zu einem Gewicht von 50 kg) einige Eiweißfuttermittel aus der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden, allerdings nur in sehr geringem Umfang (weniger als 5 Prozent) und nur wenn sie aus Kartoffeleiweiß gemacht sind. Denn Fischmehl ist bei Bioland im Gegensatz zu vielen anderen Bio-Betrieben verboten.