Pflug-Mulch-System

Pflug-Mulch-System zur Erosionsvermeidung

Pflügen stellt für die meisten Betriebe eine fast unverzichtbare Maßnahme zur Unkrautregulierung, Feldhygiene, Boden-Lockerung/-Aktivierung und zur gründlichen Saatvorbereitung dar. Der Einsatz des Pfluges hinterlässt jedoch Flächen, die besonders anfällig für Verschlämmung, Wasser- und Winderosion sind. Zudem kann Wind ohne schützende Pflanzendecke staubfeine Bodenpartikel aufwirbeln und abtransportieren. Hier sind Lösungen gefragt, wie nachhaltiger mit dem Boden umgegangen werden kann, auch weil mit der derzeitigen Praxis die Anforderungen des Bodenschutz-Gesetzes nur schwer zu erfüllen sind.

Mulchschicht zum Erosionsschutz

Forschungen haben bereits gezeigt, dass eine Mulchschicht aus den Boden bedeckendes Pflanzenmaterial dazu führt, dass die stark poröse Oberfläche des Bodens erhalten bleibt. Dadurch können erhebliche Niederschlagsmengen an Ort und Stelle, auch im geneigten Gelände, versickern. Zudem mindert eine Mulchschicht den Windangriff auf Bodenpartikel wirkungsvoll. Schon ab etwa 30 % Bodenbedeckung mit Mulchmaterial besteht bereits ein hoher Schutz gegen Bodenabtrag durch Wind und Wasser. Ausgereifte technische Lösungen mit geringem Mehraufwand für das Aufbringen von Mulchmaterial auf gepflügtes Land gibt es noch nicht.

So soll das Pflug-Mulch-System aussehen

Im Projekt wird deshalb eine technische, funktionssichere Maschinenkombination (Pflug-Mulch-System) entwickelt, die die ackerbaulichen Vorzüge des Pflügens mit wesentlichen Vorteilen einer Mulchsaat verknüpft. Die beiden erforderlichen Arbeitsgänge Mulchen und Pflügen erfolgen dabei in einer Feldüberfahrt (Frontmulcher-Traktor-Pflug-Kombination). Die aufgewachsenen Gründüngungspflanzen oder Ernterückstände werden direkt beim Pflügen auf die soeben gepflügte Fläche aufgebracht. Der spezielle Frontanbau–Wurf–Verteilmulcher schlegelt das organische Material im Traktorfrontbereich vor der Überfahrt ab und verteilt es auf der nebenliegenden, im vorigen Umgang bereits gepflügten Fläche. Die technische Realisierbarkeit und auch die prognostizierten ackerbaulichen, erosionsmindernden Effekte dieses Systems werden im Projekt mit auf verschiedenen Bodenarten, mit unterschiedlichen Aufwüchsen und bei unterschiedlicher Bearbeitungstiefe geprüft. Die Forschungsergebnisse sollen wichtige Impulse für die gewerbliche Serienfertigung eines Front-Pflugmulchers und für eine zügige Einführung in die landwirtschaftliche Praxis liefern.

Auftraggeber

 

Das Projekt wird gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projektes und bei Organiceprints.

Projektpartner

  • Technische Universität Dresden, IVMA; Professur für Agrarsystemtechnik (Projektleitung)

  • Bioland Beratung GmbH

  • Müthing GmbH & Co. KG, Soest